In der DDR gehörten sie zur Grundausstattung jeder Lehrerin und jedes Lehrers: die Unterrichtshilfen – ein Band je Fach und Schuljahr, der den kompletten Jahresweg vorzeichnete. Vieles daran ist aus guten Gründen Geschichte: der Gleichschritt-Anspruch, der mengentheoretische Zahlbegriff, die politische Rahmung. Eine Sache aber hat sich als erstaunlich haltbar erwiesen – die Grundidee, dass eine Lehrkraft ein Buch aufschlagen kann und weiß, wo im Jahr sie steht und was jetzt sinnvoll ist.
Der Jahresnavigator greift diese Grundidee auf und baut sie mit den Mitteln von heute neu: mit den KMK-Bildungsstandards von 2022 als fachlichem Kern, mit der aktuellen Mathematikdidaktik als Fundament – und mit einer Haltung, die sich vom historischen Vorbild grundlegend unterscheidet. Der Navigator führt, aber er verordnet nicht. Er beschreibt einen Referenzpfad mit ausgewiesenen Anpassungsstellen, keine Marschroute.
Zuerst für Lehrkräfte, die neu oder fachfremd Mathematik unterrichten – rund ein Drittel des Mathematikunterrichts an deutschen Grundschulen wird fachfremd erteilt. Ihnen nimmt der Navigator die zwei teuersten Entscheidungen ab: Was kommt wann? und Worauf muss ich achten? – und liefert die fachliche Begründung gleich mit.
Daneben profitieren Berufseinsteigerinnen und Vertretungslehrkräfte von der Planungssicherheit, Fachkonferenzen von einer belastbaren Rohfassung fürs schulinterne Curriculum – und erfahrene Lehrkräfte von einer Struktur, die ihre Freiheitsgrade ausdrücklich benennt, statt sie stillschweigend zu kassieren.
Jede der 32 Lernwochen besteht aus zwei Ebenen. Die Wochenseite ist die Sonntagabend-Seite: auf einer Seite der Kasten mit dem Pflichtmaterial, der fachliche Kern, vier Stundenskizzen, beide Stundenpfade (vier oder fünf Wochenstunden), eine Beobachtungsfrage, ein typischer Stolperstein samt Reaktion und die Weiche für die kommende Woche. Sie genügt, um die Woche zu unterrichten. Direkt dahinter steht die Vertiefung mit dem fachdidaktischen Warum, ausführlichen Stundenabläufen, Diagnoseblick und Stolpersteinen – zum Weiterlesen, wann immer Sie mehr wollen. Unterrichten können Sie allein mit der Wochenseite; verstehen, warum alles so gebaut ist, hilft die Vertiefung.
Ein Schuljahr hat kalendarisch rund 39 bis 40 Schulwochen. Voll nutzbar sind deutlich weniger: Feiertage und Brückentage kosten Stunden, dazu kommen Projektwoche, Klassenfahrt, Zeugnis- und Konferenztage, Sportfest, Fotograf – und die Krankheitswelle, die niemand einplant und jede Klasse bekommt. Realistisch bleiben etwa 34 bis 37 volle Mathematikwochen.
Der Navigator plant deshalb bewusst 36 Wochen (32 Lernwochen und 4 frei verschiebbare Puffermodule) und lässt rund drei Wochen Luft. Ein Plan, der alle 40 Wochen verplant, ist am ersten Feiertag hinten dran und erzeugt Dauerdruck. Ein Plan mit eingebauter Reserve gibt Halt, ohne zu würgen.
Jede Woche trägt die Farbe des Inhaltsbereichs, aus dem ihr Kern stammt – im Wochenfinder, im Wochenkopf und in der Legende vorn im Buch. Muster und Strukturen sowie das Sachrechnen laufen als Querschnitt durch alle Bereiche und tragen darum keine eigene Farbe.
Sieben wiederkehrende Bausteine tragen jeden Band – wer sie einmal kennt, findet sich auf jeder Seite zurecht. Dazu kommen zwei Grundsätze, die überall gelten.
Die kompakte Sonntagabend-Seite jeder Woche – und direkt dahinter die Vertiefung zum Weiterlesen. Zwei Ebenen, ein Takt.
Ganz oben auf jeder Wochenseite: Pflichtmaterial und Vorbereitungszeit auf einen Blick. Was hier nicht steht, brauchen Sie für den Kern nicht.
Drei Verbindlichkeitsebenen mit eingebauter Entlastungsregel: Wer kürzen muss, streicht zuerst die Option, dann die Ergänzung – nie den Kern.
Der Fachkasten „Worum geht es mathematisch?“ am Anfang jeder Vertiefung – das Warum der Woche in fünf Minuten.
Die Entscheidungshilfe am Ende jeder Wochenseite: Weiter, Festigen oder Anreichern – an Indikatoren entlang statt aus dem Bauch.
Die Standortbestimmungen M1 bis M4 als diagnostische Ankerpunkte des Jahres – vollständig ausgearbeitete Pakete, keine Tests.
Frei verschiebbare Wochen mit vier Nutzungsarten: wiederholen, vertiefen, diagnostisch klären, projektartig arbeiten.
Die freien Materialien der TU Dortmund (PIKAS, Mahiko, Födima, Mathe sicher können, PIKAS-MI) werden verlinkt, nicht kopiert – die Originale sind besser als jede Kopie.
Der Navigator plant Unterricht, nicht Buchseiten. Ein Dreischritt-Verfahren gleicht ihn mit Ihrem Lehrwerk ab; für Klasse 1 liegt eine vollständige Synchronopse bei.
Alle Bände stehen als PDF kostenfrei zur Verfügung. Es sind Erprobungsausgaben für das Schuljahr 2026/27: fachlich vollständig, im Layout aber schlicht und ohne Illustrationen – und ausdrücklich zum Widerspruch einladend.
Vom sicheren Abzählen über die Kraft der Fünf und das Teil-Ganzes-Verständnis bis zum Zehnerübergang. Roter Faden des Jahres: die Ablösung vom zählenden Rechnen.
Das Jahr der großen Aufbrüche: Der Zahlenraum verzehnfacht sich, aus Plus und Minus werden vier Rechenarten, das Einmaleins wird geknüpft – und der Rechenstrich kommt ins Spiel.
Das Jahr des Zusammenwachsens: Zahlenraum bis 1000, die ersten schriftlichen Verfahren, der Sachrechenkompass als sichtbares Werkzeug – und ein Kapitel zu digitalen Werkzeugen und KI mit Augenmaß.
Das Jahr der Vollendung und des Abschieds: Zahlenraum bis zur Million, die letzten schriftlichen Verfahren, Brüche und Kommazahlen, Maßstab – und der Übergang, der Kinder mit Profil statt mit Etiketten übergibt.
Was Sie herunterladen, ist ein Arbeitsstand und kein fertiges Buch: Das Layout ist schlicht, Illustrationen fehlen, und die Druckvorlagen zu den einzelnen Wochen entstehen noch als eigenes Paket – bis dahin sind alle Formate so beschrieben, dass sie sich mit Standardmaterial improvisieren lassen. Fachlich sind die Bände vollständig: Jede Lernwoche hat ihre Wochenseite und ihre Vertiefung, die Diagnosepakete sind ausgearbeitet, die Anhänge stehen.
Sie dürfen die Bände für Ihren eigenen Unterricht und für die Arbeit an Ihrer Schule frei nutzen, ausdrucken und in Ihrem Kollegium weitergeben – auch in Fachkonferenzen, Ausbildung und Fortbildung. Nicht gestattet sind die kommerzielle Verwertung, das veränderte Weiterverbreiten und das erneute Hochladen auf anderen Plattformen. Wenn Sie auf die Bände hinweisen möchten, verlinken Sie bitte diese Seite: So bekommen alle immer die aktuelle Fassung, und ich sehe, wie oft die Bände tatsächlich gebraucht werden.
Die im Buch genannten Materialien des DZLM und der TU Dortmund (PIKAS, PIKAS-MI, Mahiko, Födima, Mathe sicher können) sind eigenständige, kostenlose Angebote der jeweiligen Anbieter und werden hier nur verlinkt.
Diese Bücher sind in zwei kritischen Feedbackrunden, einem Abgleich mit der fachdidaktischen Standardliteratur und einem Abgleich mit den frei verfügbaren Dortmunder Materialwerkstätten entstanden. Jetzt fehlt das Wichtigste: der Praxistest in Ihren Klassen.
Es gibt dabei keine falschen Antworten. „Habe ich anders gemacht“ und „habe ich weggelassen“ sind Befunde, keine Beichten – und oft die wertvollsten überhaupt. Genauso willkommen: Tippfehler mit Seitenzahl, unklare Sätze, fachlicher Widerspruch, ein Hinweis darauf, dass Ihr Bundesland etwas anders setzt, oder schlicht die Nachricht, dass eine Woche in Ihrer Klasse nicht funktioniert hat.
Sie müssen nicht warten, bis Sie ein ganzes Jahr damit gearbeitet haben. Drei Sätze nach einer einzelnen Woche helfen mir bereits. Am Schuljahresende freue ich mich besonders über eine Bilanz über das ganze Jahr – die entsprechenden Fragen finden Sie im Anhang der Bände wieder.
Lieber formlos, mit Anhang oder mit Fotos von Tafelbildern und Kinderdokumenten?
Schreiben Sie mir einfach direkt an
roland-rink@gmx.de.
Jede Streichung, jeder Wunsch und jeder Einwand wird gelesen und dokumentiert. Aus der Erprobung entsteht die überarbeitete Fassung – und wer mag, wird darin namentlich als Teil der Erprobungsgruppe genannt.
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